Mittwoch, Jänner 10, 2007

Dieser Blog wandert

Aus mir leider völlig unverständlichen Gründen hat die letzte Umstellung dieses Blogging Dienstes durch Google leider zur Folge, daß ich diesen Blog schließen muss und unter
steindls.blogspot.com
neu erstellen muß.
Ab sofort erscheint dieser Blog (ich verspreche hoch und heilig!) mit deutlich erhöhter Frequenz unter der neuen Adresse.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Montag, August 21, 2006

Erreichbarkeit als Schlüssel zum Standortproblem

Als wir vor der Entscheidung standen, vom ersten Firmenstandort in einem kleinen Hinterhof in ein neues Domizil zu übersiedeln, gab es viel zu beachten, denn einen neuen Unternehmensstandort wechselt man nicht so ohne weiteres wie einen schlecht passenden Schuh.
Eine alte Weisheit der Immobilienbranche beschreibt die drei wichtigsten Faktoren für ein erfolgreiches Unternehmen mit "Location, Location, Location" und für ein klassisches Ladengeschäft wird das wahrscheinlich auch stimmen. Unser Unternehmen braucht aber keine Schaufenster und andere klassische Zeichen eines Consumer-Outlets, dafür gibt es viele andere Faktoren zu beachten, die es erst ermöglichen, zu einem erfolgreichen Distributor zu werden bzw. langfristig auch erfolgreich zu bleiben.
So wurden unter anderem analysiert:

Supply Chain / Logistics:

  • Wie weit ist es bis zum Flughafen Cargocenter, jenem Ort von dem die meisten unserer Waren kommen?
  • Wo sind die Logistikzentren der Speditionen?
  • Wie sehen die Fahrtrouten der Paketdienste aus? Wann kommen UPS, DPD & Co bei uns vorbei?
  • Wie weit ist die Autobahnen entfernt?
  • Können wir Speditionen optimale Bedingungen für Anlieferung und Abholung bieten?
Umfeld für die Mitarbeiter:
  • Gibt es öffentliche Verkehrsmittel?
  • Ein genügend großes Angebot an Einkaufsmöglichkeiten und naheliegende Sport- und Erholungsplätze?
  • Können wir den Mitarbeitern ein optimales Arbeitsumfeld mit perfekter Ergonomie und Arbeitssicherheit bieten?
operative Unternehmensführung:
  • Steht ausreichende Internetanbindung inkl. Reserve für die Zukunft bereit?
  • Ist der Standort repräsentativ genug, ohne aber protzig zu sein?
  • Haben wir die Möglichkeit am gleichen Ort zu wachsen?
  • Auf welche Managed Services (z.B. Bewachung, Reinigung, Werksküche, etc.) können wir zurückgreifen ohne diese selbst organisieren zu müssen?
Je mehr wir darüber nachdachten, desto wichtiger wurde ein einziges Wort, das Wort "EREICHBARKEIT". Egal worüber wir auch sprachen, alles ließ sich auf diese eine Wort reduzieren.
  • Wie sieht es mit unserer Erreichbarkeit aus Sicht der Speditionen aus?
  • Ist das Büro gut für unsere Kunden und auch für uns selbst erreichbar?
  • Erreichen uns alle Medien (Telefon, Internet, post, etc.) in ausreichender Qualität?
  • Wieviele Restaurants erreiche ich in der Mittagspause?
Kurzum Accessibility wurde zum Schlüssel. Und ohne es zu ahnen waren wir voll in DEM neuen Immobilientrend, denn überall tönt es nun
"Location, location, location is dead! It's all accessibility, accessibility, accessibility!"
Das klingt doch irgendwie nach ERREICHBARKEIT, oder?!

Viel wurde und wird über diesen Dogmenwechsel geschrieben aber nirgendwo eindrucksvoller als in der letzten Ausgabe des US Magazins Fast Company, einer der vielen von mir gelesenen Zeitschriften. Dort schrieb John Kasarda einen genialen Artikel über Aerotropolis, dem Begriff für einen neuen Typus von Stadt, welche sich rund um gigantische Flughäfen bilden werden.
Den hätte ich vor drei Jahren lesen sollen, es hätte mir viele schlaflose Nächte erspart...

Warum mich dieses Thema überhaupt so beschäftigt, fragen Sie sich? Nun, ich vertraue Ihnen jetzt zwei kleine persönliche Geheimnisse an:
  1. Ich bin absolut fasziniert von optimal funktionierenden Systemen, welche auf einer fundamental richtigen und grundsoliden Basis basieren.
  2. Ich freue mich riesig, wenn unser Unternehmen aus der Tatsache, dass wir nach Möglichkeit zuerst nachdenken und erst dann handlen, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil ziehen kann.
Gehört da ein optimaler Firmenstandort nicht auch dazu? Was denken Sie?

Sonntag, Juli 02, 2006

Bosch USA übernimmt die TELEX Group

Dass die TELEX Gruppe (mit so klingenden ProAudio Brands wie Electrovoice, Midas, Klark Teknik und Dynacord) verkauft werden soll, war ja schon länger ein offenes Geheimnis. Dass aber die Robert Bosch GmbH, bisher ja nicht gerade im Rock'n'Roll-Geschäfte zuhause, den Zuschlag erhielt, war dann doch eine Überraschung.
Wie hier zu lesen ist, betrug der Kaufpreis USD 420 Mio., wobei sicher ein gewaltiger Anteil zur Übernahme von Verbindlichkeiten verwendet wird. Warum ich da so sicher bin?
Eine ganz kurze Kopfrechnung:
Im letzten Geschäftsjahr machte die Telex Gruppe ca. USD 308 Mio. Umsatz, hatte aber fast 2000 Beschäftigte (Quelle siehe Pressemitteilung oben). Das sind also nur ein wenig mehr als USD 150 000 je Kopf Jahresumsatz. Rechnet man jetzt mit einer branchenüblichen Herstellermarge von ca. 30% (es ist aber keinesfalls sicher, ob diese in den letzten Jahren überhaupt erreicht wurde!), so ergibt das einen Bruttodeckungsbeitrag von ca. EUR 40000 je Mitarbeiter/Jahr. Davon muss man aber nicht nur den Mitarbeiter bezahlen, sondern auch noch 14 Standorte in 9 Ländern erhalten, Fabriken auf dem neuesten Stand halten, neue Produkte entwickeln und Marketing betreiben! Das wird eng, sehr eng sogar! ;-)

Was wird sich ändern oder besser gefragt was KANN sich ändern? Hmm, schwer zu sagen.
  • Die Telex-Kerngruppe rund um Electrovoice wird sicher sehr, sehr schwer zu motivieren sein, denn mit Bosch gibt es nunmehr den FÜNFTEN Besitzer innerhalb von 20 Jahren!!!
  • Bosch ist ein riesiges Unternehmen (ca. EUR 41 MRD Jahresumsatz bei über 250 000 Mitarbeitern!) und und gilt als recht bürokratisch (oder ist das "Deutsche Gründlichkeit"?) geführt. Wie sich das z.B. mit den englischen Rock'n'Rollern von Klark Teknik verträgt, muss sich erst einmal zeigen. Auch ob Bosch seine besten Köpfe in einen Bereich steckt, der nicht einmal 1% des Konzernumsatzes ausmacht, ist eher zweifelhaft.
  • Die Telex-Gruppe wird dem Bereich Bosch Security USA unterstellt. Dessen europäische Mutter wiederum hat vor wenigen Jahren von Philips die CSI-Group (Conferencing & Security Industries mit 100V-Beschallung, Evakuierungssystemen, Konferenztechnik und Videoüberwachung) gekauft. Damit sind nun zwei beinharte Konkurrenten, nämlich Bosch Security (früher Philips CSI aus Holland) und Dynacord (aus Straubing im deutschen Bayern) unter einem Dach vereint, wobei die Holländer meiner Meinung nach das modernere Produktprogramm haben. Ob das Dynacord als Marke und Straubing als Standort überlebt? Ich tippe da eher auf ein baldiges Management Buy Out (MBO).
Was Bosch überhaupt mit der eher auf Bühnenbeschallung (Midas, Electrovoice) und Rundfunktechnik (Telex, Vega) ausgerichten Gruppe vorhat, ist überhaupt nicht zu erkennen.
Einige Bereiche sind derzeit echte Sanierungsfälle, cash cows sind nicht zu sehen und wie schon erwähnt gibt es im Kernbereich massive Überschneidungen mit bestehenden Bosch Produkten.

Sich so einen Klotz ans Bein binden, nur für die Vertriebswege in den USA, wie in der Pressemitteilung erwähnt wurde? Das geht auch einfacher und vorallem welche Türen kann die Telex Group schon knacken, die man einer Firma BOSCH nicht freiwillig öffnen würde?
Oder geht es um nur um ein paar Backstage Pässe für das Fussball WM-Finale. Etliche deutsche Stadien haben ja Electrovoice Lautsprecher?

Kurz und gut: Ich versteh es nicht! Verstehen Sie es? Bitte um Ihre Kommentare.

Montag, Mai 29, 2006

Die Sitten werden rauher - Klagen statt reden

Unsere Branche war doch lange Zeit so etwas wie die Insel der Seligen. Wenn es einmal Streit gab, dann wurde das auf die bewährte altmodische Art vor der Haustüre (oder auch am eigenen Messestand!) ausgetragen und fast immer gab es ein Gentleman Agreement. Seit sich der Markt aber emanzipiert und somit erwachsen wird, weht ein rauerer Wind, was zu vermehrten Klagen zwischen Lieferanten und Kunden führt.

Zwei aktuelle Beispiele:

1. AMX klagt Cimax/VIG (Vertical Integration Group)
Die Vorgeschichte:
AMX hat nach eigener Aussage einen Exklusivvertrag mit CIMAX USA, einem der weltweit größten Ausstatter von Luxus-Zweitwohnungen, gemacht. Diese auch MDU (Multi Dwelling Units) genannten Appartement-Türme sind sehr exklusiv ausgestattet und verfügen über alle Annehmlickeiten wie Portierservice, Putzdienst, etc. (Beispiel) Man muß sich allso um nichts kümmern ausser das nötige Kleingeld aufzubringen. Mit einem Wort: DIE Zielgruppe für Touchpanels und Home Automation. Solch ein Kunde ist natürlich begehrt. Am 12. April verkündet nun CRESTRON, daß es einen Exklusivvertrag mit der VIG (Vertical Integration Group, einer CIMAX Tochter) gemacht hat. Da stellt sich nun die Frage, wieviele EXKLUSIVE Partnerman man haben kann bzw. mit wie vielen Leuten man gleichzeitig verheiratet sein kann??
Der betrogenen (?) Braut reichte es jedenfalls und so hat am 5. Mai hat AMX Klage eingereicht (siehe hier) und behauptet konspirative Tätigkeiten, Betrug und Vertragsbruch gegenüber Cimax/VIG und deren Management. Cimax hätte die vertragliche Verpflichtung gehabt, AMX Produkte zu verkaufen und in deren Projekte aktiv einzubinden. Anstatt dessen hätte Cimax die Vertical Integration Group gegründet und die fraglichen Geschäfte ausgelagert.

Die Revanche kam schnell: Schon einige Tage später (exakt am 9. Mai) stellte CIMAX/VIG den Antrag, die Klage einzustellen, weil sie laut ihrer Aussage auf wüsten Spekulationen und Unwahrheiten beruhte. In der Gegendarstellung (siehe hier) wird vielmehr darauf verwiesen, daß AMX in der abgelaufenen dreijährigen Zusammenarbeit eigentlich nicht viel weitergebracht hätte und primär KnowHow von Cimax abgesaugt und sich die laufenden Entwicklungen hätte zahlen lassen! Ausserdem wird auf eine noch anhängige Klage von CIMAX gegen AMX (also exakt andersrum!) hingewiesen, in der AMX Vertragsbruch vorgeworfen wird.

Ohne die näheren Hintergründe zu kennen, kann man wohl davon ausgehen, daß CRESTRON eher davon profitieren wird, denn das die beiden Streithähne nochmals zusammenfinden scheint doch eher sehr unwahrscheinlich......

2. Radio City Music Hall klagt BARCO
Im Dezember 2005 hat die Radio City Music Hall, eine der bekannesten Veranstaltungsstätten der Welt im Herzen von New York, eine mächtige LED-Wand um ca. 4 Mio USD von Barco gekauft. Nach 5 Monaten (exakt am 3. Mai) hat nun der Kunde die Geduld verloren und auf Rückgabe und den Ersatz von div. Kosten, insgesamt um ca. 5.8 Mio USD geklagt.
Bei über 700 Mio EUR Jahresumsatz im Jahr 2005 ist das zwar keine Summe, die Barco umbringt, aber negative Publicity braucht keiner, schon garnicht im Showgeschäft!

Der Manager der Radio City Music Hall Mr. Jay Marciano war aber auch nicht gerade zimperlich und nannte die Dinge beim Namen; es fielen Worte wie "unsägliches Desaster" oder "Barco war unwillig oder unfähig, das System in den letzten 5 Monaten zum Funktionieren zu bringen" und dies klingt doch ein wenig anders als noch zu Weihnachten, wo man mit stolz geschwellter Brust davon geprochen hat, daß man " ... mit Barco den idealen Partner für die größte Indoor High Definition LED Wall der USA" gefunden hat.

Völlig unklar bleibt, was den Kunden dazu getrieben hat, mit der vollen PR Maschinerie aufzufahren und die Klage mittels Pressemitteilung ins sprichwörtliche Rampenlicht zu ziehen.
Die Reaktion von Barco war auffallend zurückhaltend und spricht in knappen Worten davon "... daß BARCO volle Verantwortung als professioneller Lieferant übernimmt und dem Kunden eine vollwertige und endgültige technisches Lösung angeboten hat ".

Wer wirklich Recht hat werden die Gerichte klären müssen, die Wahrheit jedoch werden wir wohl nie erfahren! ;-)

Montag, April 24, 2006

CRESTRON oder AMX

Erstmals sorry für die längere Abwesenheit. Andererseits wird man nur einmal zum ersten Mal Vater und daher hab ich mich in den letzten Wochen mehr auf meine Tochter Katharina konzentriert. An dieser Stelle auch vielen Dank für die lieben Grüße und Geschenke!

Zum Thema: AMX gegen CRESTRON, das war schon immer eine eigene Liga. Man stelle sich die Situation einmal in irgendeiner anderen Branche vor. Es gibt zwei Marktführer, die obwohl unterschiedlicher nicht sein können, sich seit seit Jahrzehnten (Crestron wird heuer 36 Jahre alt!) bekämpfen. Die beiden haben zusammen über 85% Weltmarktanteil bei Touchpanel Mediensteuerungen, die verbliebenen mikrigen 15% verteilten sich auf unzählige großteils nur lokal arbeitende Anbieter. Über viele Jahre waren die beiden auch ungefähr gleich groß.
So kann man sich ein Duopol vorstellen, wenn es dieses Wort überhaupt gibt.

Nachdem diese beiden also jahrelang Kopf an Kopf lagen, geschah eigenartiges. Während AMX seiner Rolle als Touchpanel Company treu blieb und mehr durch Zufall zu den MAX Medienservern kam (deren Entwickler brauchten damals ganz schnell einen finanziell potenten Partner und AMX braucht dringend News für die Aktionäre), ging CRESTRON voll in die Ofensive und brachte mit Quickmedia, iMedia, dem einzigartigen UPX-2 und nun ganz aktuell mit iLux und ADAGIO eine Fülle an neuen Produkten und Technologien auf den Markt. Dieser deutliche verbreiterte Marktauftritt wurde von vielen als riskant eingestuft und nicht wenige meinten, daß man damit seine ganze Idendität aufs Spiel setzt.
Nun wie ist es ausgegangen; wie steht es im Jahr 2006?

  • AMX wurde von der Börse genommen und an Duchossois Industries verkauft
  • CRESTRON ist und bleibt im Privatbesitz.
  • AMX hatte 2005 unter USD 90 Mio Umsatz
  • CRESTRON über USD 220 Mio.
Aus einem Kopf an Kopf Rennen wurde in den letzten Jahren ein klarer Marktführer und der heißt CRESTRON. So sind die Fakten. So, what's next fragen sich manche? Nun ja, ein Feinden/Mitbewerbern mangelt es ja nicht und daher sind die nächten Gegner schon klar am CRESTRON Radar zu erkennen. LUTRON und EXTRON heißen die beiden wichtigsten und sind ein gehöriges Stück größer wie CRESTRON. Oder sollte ich sagen: Beide sind DERZEIT ein gehöriges Stück größer als CRESTRON. ;-)

P.S. Wie Duchossois Industries seinen Aktionären die 315 Mio USD Investition (ja, AMX wurde um mehr als den dreifachen Jahresumsatz verkauft!!!) schmackhaft hat, wird nicht nur mir ein ewiges Rätsel bleiben.

Donnerstag, März 09, 2006

Sevicegesellschaft findet ohne die AV-Branche statt

Bin ich der einzige, der sich über folgendes Faktum wundert:
90% der PCs, die in Konferenzräumen installiert sind, werden durch einen Servicevertrag abgesichert, viele davon sogar mit 4 Stunden Responsezeit, Vorausaustausch, etc.
Fragt man die IT-Leute nach dem warum, dann hört man: "Na hören Sie mal, unser Konferenzraum ist primär für den Vorstand, der muß immer perfekt funktionieren, etc."

Die Geräte am anderen Ende des VGA-Kabels jedoch, d.h. Projektoren & Plasmadisplays sind nur in absoluten Ausnahmefällen derart abgesichert. WARUM?

Ein PC läßt sich im Problemfall binnen weniger Minuten austauschen, fast immer sind sowieso mehrere Notebooks im Raum vorhanden aber ein EINZLNER fix an der Decke montierter Projektor? Das EINZIGE 60" Plasma im Haus?
Hier wäre es doch noch viel wichtiger, die Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

Wir haben uns der IT-Branche in Bezug auf Preisgestaltung, messerscharfe Kalulationen u.ä. schon sehr angenähert aber auf den Servicegedanken und die damit verbundenen Einkünfte vergessen noch immer die meisten. Kurzum Produkte ohne den wirtschaftlich nötigen Deckungsbeitrag verkaufen aber auf den Zusatzverkauf von Serviceleistungen zu vergessen!

Die Frage ist daher: Wie lange können wir uns das überhaupt noch leisten?
Ich bin da eher pessimistisch freue mich aber auf aufmunternde Kommentare.

Montag, Februar 27, 2006

Home Market - Das unbekannte Wesen

Alle reden vom intelligenten Haus, viele wollen eines kaufen, aber wo sind die Anbieter?
Ein Versuch einer Bestandsaufnahme betreffend CRESTRON im intelligenten Haus.
Wer liefert nun, wer verkauft und wer macht das langfristig gutes Kundenservice?

Viele tippen auf den HiFi-Händler und das ist auch gut so, denn diese Spezies fürchtet sich normalerweise nicht davor, hochwertige bzw. hochpreisige Angebote zu stellen (und auch zu verkaufen!). Das Problem dabei ist aber, daß HiFi-Menschen sehr oft nicht baustellentauglich sind, d.h. sich erst dann in ein Projekt einbringen, wenn es eigentlich schon zu spät ist; leider!

Der klassische Elektriker gerät zusehends unter die Räder und wird zum Strippenzieher degradiert. Viele (darunter auch ich!) meinen, daß dies zu einem großen Teil auch selbstverschuldet ist. Wer sich nicht traut, hochwertige Ware anzubieten und schon bei einem Lichtschalter mit Alurahmen von "Inbegriff des Luxus" spricht, dem ist leider nicht zu helfen.

Was wirklich gebraucht wird, ist ein professionell agierender Schwachstrom-Techniker, der die Gewerke Entertainment, Security & Kommunikation versteht und einem mündigen und aufgeklärten Kunden ein Maximum an Kundenservice bietet. Davon gibt es ein paar wenige und die machen auch den Großteil des Geschäftes.

Andere Länder sind da schon ein gehöriges Stück weiter. In England zum Beispiel ist der Homemarkt für Mediensteuersysteme über 35% des Gesamtumsatzes von CRESTRON.
Trotzdem gibt es ähnliche Aufgabenstellungen und auch ähnliche Lösungsansätze. Ein Artikel der englischen Website Hiddenwires.co.uk ist daher nicht nur interessant zu lesen sondern auch ein Blick in die österreichische Zukunft. ( Link ) Ich kann diese Lektüre nur jedem Branchenkollegen dringend ans Herz legen. Viel Spaß beim Lesen!

Mittwoch, Februar 22, 2006

Jakarta calling oder wie Instant Messaging den Support revolutioniert

Ein ganz normaler Tag im Büro; viele Anrufe, unzählige Emails und natürlich der persönliche Kontakt mit Kunden & Kollegen. Seit einiger Zeit benutze ich jedoch einen weiteren Kommunikationskanal, nämlich Instant Messaging kurz IM genannt. Ich erspar mir die Details (Neugierige finden alles wissenswerte hier ) und sage nur so viel: IM ist ein Segen und Fluch zugleich. Meine Kontakte sehen auf deren PCs ob ich gerade online bin und auch ich sehe, daß sie gerade vor einem Rechner sitzen; also Transparenz pur. Nur gut, wenn man ein reines Gewissen hat! :-) IM soll schnell, direkt und unkompliziert sein, sonst kann man ja gleich ein langsames (!) Email schreiben...

Da klingelt es plötzlich aus dem PC und ein Kunde ersucht um Support per IM. Ich helfe so gut ich kann und frage so beiläufig, wo er sich denn gerade herumtreibt. Nach ein paar Sekunden lese ich "Jakarta, Indonesien" auf meinem Screen. BÄNG, das sitzt!!
Aber warum wundere ich mich auch? IM ist Internet und Internet ist überall, also auch in Jakarta. Warum es unsere Kunden jedoch bis nach Jakarta verschlägt ist eine ganz andere Geschichte.....
P.S. Leo grüß mir die Sonne!

Montag, Februar 20, 2006

Behringer unter massivem Druck

Wie gerade bekannt wurde, ist der Billigstanbieter Behringer in den USA unter massiven Druck der Behörden gekommen.
Konkret hat die FCC (entspricht in etwa unserer Funküberwachung) eine Klage (Link zur Pressemitteilung) über 1 Mio USD eingereicht. Hintergrund ist der Vorwurf, daß die Behringer Inc. über 5 Jahre lang insgesamt über 50 (!) Geräte in den USA verkauft hat, welche nicht vorher von der FCC geprüft wurden, obwohl dies vorgeschrieben ist.
Erschwerend käme hinzu, daß die Geräte nach einer entsprechenden Anzeige noch fast ein Jahr lang in Verkehr gebracht wurden.

Nachdem Behringer seit vielen Jahren zu teilweise unglaublich billigen Preisen Geräte anbietet, stellt sich natürlich immer die Frage, wie solche Kampfpreise zustande kommen können. Nun ja, offensichtlich reichen billigste Komponenten, Fertigung in zweifelhaften chinesischen Fabriken und so manche "Abkürzung des Designprozess" nicht mehr aus......

Obwohl diese Angelegenheit eine rein amerikanische ist, erscheint die angebliche Einhaltung von europäischen Marktzugangserfordernissen (CE-Zeichen, RoHS-Richtlinie, EMV-Verträglichkeit, etc.) bei Billigstanbietern in völlig neuem Licht.
Ist ja auch kein Wunder, wenn man bedenkt, daß sich Branchengrößen wie SONY aus wirtschaftlichen Gründen im ProAudio Bereich aus Europa zurückziehen. Zitat: "Aufgrund der geringen Stückzahlen lohnt sich eine Umstellung der Produktion auf RoHS kompatible Geräte für uns nicht!". Anderes Beispiel ist BIAMP Systems. Diese investieren Beträge in Millionen Dollar Höhe nur zur Umstellung der Produktion. Wie soll sowas je reinkommen, wenn man an einem Gerät gerade mal ein paar Dollar verdient, denn sooo riesige Stückzahlen gibt es in unserer kleinen Branche auch wieder nicht......

Freitag, Februar 17, 2006

CRESTRON iLUX ist da!


Heute war es soweit, die ersten iLUX Lichtsteuerungen von CRESTRON kamen ins Lager. Genauergesagt hab ich mir erlaubt die Schachtel gleich an mich zu reissen, ganz wie im Mittelalter beim "Ius primae noctis", dem "Recht der ersten Nacht"! ;-)
Egal, eine Ausgeburt an tollem Design sind die Kisten nicht wirklich, aber daß man soviel an Funktionalität in ein doch sehr kleines Gehäuse bringt ist schon beachtenswert.
Für die Inbetriebnahme ist kein PC erforderlich und gleich nach dem Einbau macht das Gerät einmal was man am ehesten erwarten würde: Out of Box Functionality nennt das der Hersteller und ist eine ziemlich radikale Änderung des bisherigen Prinzips, bei dem CRESTRON Geräten erst durch kundige Hand (=Programmierer) Leben eingehaucht wird.
Für uns öffnet sich ein völlig neuer Markt und erste Mitbewerbsvergleiche zeigen uns ein super Preis/Leistungsverhältnis. Auch wenn man die vielen Zusatzfeatures einmal wegläßt und nur die Basisfunktionalität von 6 Dimmern mit zus. 1900W Leistung + Frontbedienteil + Szenenspeicher betrachtet zeigt sich ein tolles Produkt. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich dem System nicht gleich die Sporen gegeben hätte und gleich die Spezialitäten wie RoomCombining, Kombination mehrerer Geräte, Plug and Play Erweiterung mit externen Tastenfeldern, etc. ausprobiert hätte! Ganz ordentlich für die allererste Auflage, Gratulation an die Designer!
Abgesehen davon ... "Thank God Its Friday!"